Einwohnerzahl – über 300 000.
Seit 1938 ist die Stadt eines der Wirtschafts- und Kulturzentren der gleichnamigen Provinz „Buchara“. Von der Fläche und der Einwohneranzahl her steht die Stadt Buchara nach Taschkent, Samarkand und Andijon an vierter Stelle in Usbekistan.
Buchara ist eines der bedeutsamsten Zentren des Tourismus in Zentralasien und befindet sich im Südwesten des Landes, am Unterlauf des Flusses Zarafschon. Im Norden und Westen grenzt die Stadt an die Wüste Kizilkum, im Süden an die Hungersteppe Karschi, im Südosten an die Oase Zarafschon. Die Entfernung zwischen Taschkent und Buchara beträgt 600 km.
Das Klima ist streng kontinental geprägt, mit heißen trockenen Sommer- und kalten, trockenen Wintermonaten. Die durchschnittliche Temperatur im Juli beträgt +29 Grad, wobei +42 Grad erreicht werden können. Die Winter sind kurz (Dezember, Januar und Februar) aber kalt: bis zu minus 29 Grad kann die Temperatur abfallen und auch die durchschnittliche Wintertemperatur liegt um den Gefrierpunkt (0 Grad Celsius).
Die Einwohner setzten sich aus Usbeken, Tadjiken, Russen, Juden, Tataren und anderen Nationalitäten (Ethnien) zusammen, ein noch heute sichtbares Erbe der Seidenstraße. Die ethnische Mischung verweist auf die bedeutende Rolle von Buchara als eine der ältesten und schönsten Städte Zentralasiens – neben Samarkand und Chiwa. Buchara entstand im ersten Jh. vor Christus. Später, seit dem neunten Jh. entwickelte sich die Stadt zu einem großen Kultur-, Handel- und Religionszentrum der islamischen Welt.
Der Stadtname selbst ist daher vorislamisch, er dürfte denn auch auf das chinesische Wort „An, Ansi, Buxo, Puxuala“ zurück gehen. Es gibt sogar die Meinung, dass der Name Buchara vom Wort „vi-hara“ stammt (meint in Sanskrit „buddhistisches Kloster“). Andere Gelehrte wiederum behaupten, dass der Ortsname Buchara vom sogdischen Wort „buharak“ abgeleitet wurde, was als „glücklicher Platz“ übersetzt werden kann.
Im 6. Jh. trug die Stadt den sogdischen Namen „Numidjkent“, im 7. und 8. Jh. sprach man von Pucho, Bucho oder Buge. Arabischen Chroniken erwähnen die Stadt seit dem 8. Jh.. Im 9. Jh. geriet Buchara unter die Macht der Samaniden. Unter ihnen erlebte Buchara seine goldene Zeit, Buchara wurde zum Mittelpunkt eines ausgedehnten Staates, in dem sich Kultur und Handel immens entwickelten, sodass auch von der Orientalischen Renaissance gesprochen wird. Im gewissen Sinne war Buchara zu dieser Zeit Hauptstadt von Zentralasien.
Im 11. und 12. Jh. entstanden unter der Dynastie der Karachaniden drei schöne Prachtbauten: das Kalon Minarett (12 Jh.), die Moschee Namazgoh (12 Jh.) und die Attoron Moschee. Doch schon im Jahre 1220 machte Chingizchan (Dschingis-Chan) die edle Stadt Buchara dem Erdboden gleich. Erst Mitte des 16. Jh.s wurde die Stadt wieder zur Hauptstadt des KhanatsBuchara (Fürstentum, Königreich) .
Am Anfang des 20. Jh.s gab es in Buchara 250 Medresen, 390 Moscheen, circa 150 Karawansereien und 114 Wasserbassins. Im Vergleich zu den anderen Städten der Seidenstraße ist die Stadt Buchara bis in unserer Zeit weitestgehend erhalten geblieben.
Mitten in der Wüste gelegene Stadt Buchara hatte ihren großen kulturellen Reichtum so gut aufbewahrt, so ähnlich wie eine Geheiminsel. Von der Schönheit der „Wüsteninsel Buchara“ werden viele Touristen Jahr für Jahr berührt. Das älteste Mausoleum der Samaniden in der islamischen Welt, das Minarett Kalon, der Chor Minor und zahlreiche weitere historische Medresen und Marktgebäude bilden eine eigene, wunderschöne Welt.
Eine größere Zahl an Dichtern, Gelehrte und Fürsten stammen aus der Umgebung Bucharas, welche auch in vielen Gedichten besungen wird. So zum Beispiel die Dichter und Gelehrten Imom Buchoriy, Rudakiy, der auch in Europa bekannte Abu ali ibn Sino (Ibn Sina oder auch Avicinna), Narschaxiy, Gijduvoniy, oder auch der Begründer der sufischen Glaubenslehre Bahauddin Naqschbandiy hatten in Buchara gelebt.
In Buchara gibt es über 200 historische Baudenkmäler, 118 von ihnen zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe sowie zum Denkmalschutz von Usbekistan. Im Jahre 1997 feierte Buchara sein 2500 jähriges Jubiläum. 2001 wurde die Stadt von der UNESCO als „Stadt der Frieden“ ausgerufen.