Einwohnerzahl – über 60 000.
In der nordwestlich gelegenen Oasenregion Choresm ist Chiwa die zweitgrößte Stadt (nach Urgench) und ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum vom Gebiet Chiwa. Chiwa befindet sich im Westen des Landes und auf der linken Seite des Flusses Amudarya. Die Stadt liegt 91 Meter über dem Meeresspiegel. Die Karawanen mussten von Chiwa bis Taschkent 1019 km zurücklegen.
Das Klima ist streng kontinental geprägt, mit kalte Winter- und heißen, trockenen Sommermonaten. Die jährliche durchschnittliche Temperatur beträgt +16 Grad, die höchsten Temperaturen reichen im Juli bis +43 Grad. Der kälteste Monat ist der Januar, in dem die Thermometer bis minus 32 Grad anzeigen können. In dem Gebiet leben Usbeken, Russen, Turkmenen, Kasaken, Tataren, Koreaner und Karakalpaken. Die Stadt ist ein wahres Freilichtmuseum. In der Innenstadt von Chiwa liegen auch die religiösen, administrativen und wirtschaftlichen Zentren, also die Hauptmoschee, die Medresen, Mausoleen, die Paläste des Chans, aber auch verschiedene Markthallen und Karawansereien. Im Jahre 1967 hatte die Stadt den Namen „ein Museum unter dem Himmel“ bekommen.
Im Volksmund nennt man Chiwa auch die Perle des Orients. Die Entstehung der Stadt konnte auf das 5 Jh. vor Christus zurückdatiert werden. Die Stadt befand sich an der Nordroute der Seidenstraße und war lange Zeit Hauptstadt der Provinz Choresm. Über die frühe Stadtgeschichte Chiwas ist wenig bekannt, erstmals wird sie im 10. Jh. erwähnt. Im 11. und 12. Jh. gehörte Chiwa zum Choresemreich. 1220 eroberte Chingizchan (Dschingis-Chan) die Stadt. Erst Anfang des 17. Jh.s wurde die Stadt Chiwa Hauptstadt des 1511 in Choresm gegründeten Khanats Chiwa, dem Nachfolgestaat des alten historischen Reiches Choresm. Im Jahre 1873 schließlich wurde Chiwa von russischen Truppen eingenommen.
Seit 1990 ist Chiwas Altstadt UNESCO-Weltkulturerbe. 1997 feierte Chiwa sein 2500 jähriges Stadtjubiläum. Architektonisch hochinteressant sind die geometrischen Figuren, die schönen sogenannten Majolika Verkleidungen und die Holzschnitzerein. Zugleich lässt die Architektur der Stadt Chiwa mit ihren engen Straßen, den gesichtslosen Fassaden und den Wachtürmen, lassen noch heute eine Stimmung von Überwachung und Strenge nachvollziehen. Die Medrese Muhammad Aminchan (19Jh.) war seinerzeit die größte Universität in Zentralasien.
Die Wahrzeichen der Stadt Chiwa: Kalta Minor (19 Jh.), Palast Tosch Hovli(19 Jh.) mit der schönem Ayvananlage, „Kordoba Zentralasiens“ Moschee Juma (18 Jh.), der Pilgerort Pahlavon Mahmud Mausoleum (17-19Jh), das höchste Minarett Islom Hodscha (20Jh), das älteste Mausoleum Said Alauddin (14Jh).
Chiwa – ein kollektiver Kindheitstraum der Märchen aus Tausendundeiner Nacht.